Alte Zeitschriften
In dem Haus meiner Kindheit gab es eine Abseite, die Tageslicht nur durch einen einzigen Glasziegel bekam. Dort wurden sommers die Federbetten gelagert, und in einem Regal gab es allerhand ausrangierten Kram. Darunter waren auch Stapel alter Zeitschriften, die meine Mutter abonniert hatte: Film und Frau aus den 50er und 60er Jahren.
Diese Zeitschriften habe ich als Kind geliebt. Stunden und Stunden verbrachte ich auf dem Linoleumboden der Abseite und schmökerte in diesen Heften. Überkandidelte Modefotos, Tipps für die moderne Hausfrau, kulturelle Themen …
Vor allem aber: aktuelle Kinofilme, nacherzählt in rund zwanzig bis dreißig Szenenfotos plus Inhaltsangabe. Das war DAS Kinoerlebnis für mich damals, kostenlos. In jedem Heft gab es davon etwa vier solcher Filmbeiträge, überwiegend Liebesfilme natürlich (was sonst sollte eine Frau in den 50ern auch interessieren?)
Ein Stapel dieser Zeitschriften fand sich in unserer Abseite vor einer Weile in Resten vom Nachlass meiner Mutter. Das Papier etwas morsch, das goldbetonte Layout noch glanzvoll – und die Faszination noch immer lebendig, verändert durch soziologisch bewussten Blick (was für eine üble Machoperspektive!) und kulturelle Kenntnisse (oh, die Modefotos von F.C.Gundlach, wow!). Aber gerührte Nostalgie trug mich auf eine schöne Reise.
Die Gegenwart kommt auch nicht zu kurz: ein Fundus an Collagematerial in einem einzigen Heft! Und der Druck scheint sich erstaunlich gut auf eine Gelplatte zu übertragen, so dass sich grafische Elemente in Monotypien verarbeiten lassen. Neue Horizonte öffnen sich …

Das ist schon so eine komische Sache. Ich hab offenbar auch noch aufbewahrte Zeitungen bzw. Ausschnitte, von denen ich gar nichts mehr wusste. Also aus tordigitalen Seite. Wieso ich die noch habe, ist ir unklar. Denn ich bin seither ja auch um gezogen. Muss ich wohl einfach so mitgenommen haben.
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Es scheint, dass das Wegwerfen schwerer fällt, je länger die Dinge schon bei uns sind. Mit der Zeit vertieft sich die Verbindung – und es gab ja auch Gründe für das Aufbewahren.
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An die Zeiten kann ich mich auch noch gut erinnern. Vor allem auch, dass man vieles aufbwahrt hat, das man heute sofort entsorgen würde. Wobei „entsorgen“ durchaus auch in der zweiten Bedeutung gilt.
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Es wurde viel mehr aufbewahrt, sogar Ausrangiertes bei Wohnungswechseln mitgenommen. Und doch hatten die Menschen nicht so viel Zeug wie heute. Nun, ich fürchte, ein bisschen von dieser Mentalität steckt auch in mir, besonders seitdem ich Vollagen und Bücher mache, denke ich (viel zu) oft, dass ich Dinge sicher noch mal irgendwann für ein Projekt brauchen werde, die ich sonst selbstverständlich „entsorgt“ hätte.
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Geht mir genauso, obwohl ich erkenne, dass es zur Last werden kann 😉
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Das Herz wurde also auch erklärt!
Ein Muskel aber auch der Sitz der Liebe.
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Meinst du, dort sitzt sie?
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Nicht wirklich natürlich.
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🙂
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Joachim sprach das sammelln allter werkzeuge an .
Ich habe tatsächlich eine handvoll Dinge reparieren können mit solch altem Zeugs.
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Das stimmt dich sicher sehr zufrieden.
Tatsächlich bedeutet ja „alt“ nicht „nicht mehr funktionsfähig“.
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Da kommt Nostalgie in mir auf. Es sind nicht so sehr die alten Zeiten , die mich berühren, sondern deine ansprechenden Collagen , die Portraits und die Schönheit, die sich darin zeigt. Herzlich, Petra
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Dieser Stil spricht deutlich zu Menschen, die die 50er Jahre mit Bewusstsein wahrgenommen haben. Um die alten Zeiten geht es hier allenfalls indirekt, da siehst du ganz klar. Aber plötzlich mit so einem Rückblick konfrontiert zu sein zeigt eine verschüttete Verbindungslinie zu ganz konkreter Erinnerung.
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