Eine alte Liebe,
die aus meiner Kindheit stammt, hat sich wieder gemeldet: Hühner waren schon damals Subjekte der gegenseitigen Beobachtung. Die Gegenseitigkeit ist heute nur noch selten möglich.
Aber sie zu zeichnen helfen Fotos, eigene oder solche aus Büchern und Pixabay, und so habe ich eine Weile damit verbracht, sie zu studieren. Wieder einmal fand ich einen Band der Naturkunden aus dem Matthes&Seitz Verlag überaus unterhaltsam und informativ. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Hühner genetisch die nächsten noch lebenden Verwandten des Tyrannosaurus Rex sind?
Was mit meiner Faszination entstand, zeige ich euch hier.
Ausgangspunkt war eine Aquarellskizze, die etwa vor einem Jahr entstanden ist:

Kürzlich dann ein wilder Anfall mit Acrylmarkern:

Anschließend die eher ernsthaften Studien der Krallen mit einem Fineliner:

Am stärksten fesselt mich (noch immer, und auch jenseits der Hühner) Fotografien mit Tuschepinsel zu zeichnen, indem ich die Graustufen so weit polarisiere, dass ich nur noch schwarze und weiße Formen habe.

In meinen Tuschezeichnungen ohne Fotovorlage suche ich immer noch nach der größtmöglichen Reduktion: was alles kann ich weglassen, ohne dass das Huhn dabei verloren geht? Wahrscheinlich geht da noch mehr.



Tolle Werke liebe Ule! Sehr energiegeladen – besonders das Bild mit den Acrylmarkern, ein richtiger Kracher 🙂 – aber auch die anderen Bilder haben so viel Schwung! Mir gefällt das zweite Bild, diese beschwingten Hühner, die du so gut im Lauf dargestellt hast, aber auch die reduzierten Bilder. Reduktion (weniger ist mehr) ist eigentlich immer spannend. Du hast interessante Wege gefunden. Die letzten drei Bilder sind besonders gut gemacht und sehr phantasievoll. Das das Huhn mit dem „Rex“ verwandt ist, hätte ich im Leben nicht gedacht. Schräg!!!
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Das ist der Nachteil, wenn man sich so sehr in ein Thema vertieft: alles andere tritt in den Hintergrund, und ich vergesse sogar, meinen lieben Kommentiererinnen zu antworten! Jetzt ist mal wieder Auftauchen angesagt und gucken, was in der Welt so los ist … wenigstens in Bloggistan gibt es doch Erfreuliches.
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Kein Problem 🙂 Das Erfreuliche braucht man auch, sonst könnte man glatt einen Knall bekommen!!! Dann lieber Hühner!!!!!!!
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Wenn man sich die Krallen so ansieht, ist der Tyrannosaurus rex gar nicht weit 🙂 Reduktionen sind ein tolles Thema. Wie viel reduziert werden kann damit das Objekt noch erkannt wird, hängt aber sicher auch von der Nähe der Beziehung des Betrachters zu dem dargestellten Objekt ab
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Das glaube ich auch, Myriade. Auch der Kontext, in dem die Reduktion erscheint, hilft beim Entziffern. Oder – bei einem ganz fremden Kontext – wird die reduzierte Darstellung eher unleserlich. Das wäre ein weiteres Untersuchungsfeld, in dem der Urheberin aber weitgehend die Beurteilung unmöglich wäre, da sie ja in jedem Fall weiß, was hinter der Darstellung steckt.
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Das verlangt wohl nach umfangreicheren Umfragen …
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Ich liebe Hühner, lange kann ich sie beobachten und ihren Gesprächen und Singsang zuhören.
Deine Idee mit der Reduktion finde ich klasse. Dadurch hast du meiner Meinung nach bestimmte Eigenschaften herausgefiltert. Somit stellt das oberste Bild für mich ein keckes Huhn dar.
Liebe Grüße
Gabriele
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Du hast recht: die Hühnersprache ist so vielfältig und wirkt so freundlich. Wusstest du, dass die Küken sich schon von Ei zu Ei mit Tönchen verständigen?
Das kecke Huhn sehe ich oben auch. Danke liebe Gabriele!
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Toll! Deine Suche nach Reduktion finde ich Klasse! Da kommt es dann auch zu einer überzeugenden, spannenden Entwicklung!
Zu Hühnern habe ich nie den Zugang gehabt wie sonst zu vielen anderen Tieren. Doch deine letzten 4 Bilder sind eine Hommage an sie, die sie würdigen, und mir dein Interesse verständlich machen. Herzliche Grüße, Petra
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Danke liebe Petra, für deine Gedanken zu den Hühnerskizzen. Man kann ja nicht erwarten, dass alle Menschen dieselbe Begeisterung für gewisse Tiere teilen – mir sind zum Beispiel Hunde vollständig fremd (und das ist sehr freundlich formuliert 😉).
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Ein Huhn zu reduzieren – das ist gar nicht so leicht. Ich denke schon, dass da noch mehr geht (es sind schon noch ganz viel Details) – weiß aber gerade auch nicht, wie … Aber weiterspielen wird gewiss helfen.
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Ja, ein bisschen geht da sicher noch.
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Wunderschöne Schwarz-Weiß-Studien, Ule. Mein Favorit ist der „Wilder Anfall“ mit dem farbenfrohen, kubistischen Ansatz. Der Sonntag sieht hier gut aus; Ich hoffe bei dir auch.
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Ich freue mich sehr, dass gerade die wilde Zeichnung bei dir Resonanz gefunden hat.
Wie bei euch hat hier die Sonne den ganzen Tag über die Heizung des Hauses erledigt.
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Für Hühner habe ich seit meiner Kindheit große Sympathien. Ich wuchs gewissermaßen mit ihnen auf. Daher esse ich von jeher kein Hühnerfleisch. Deine Eloge auf die Hühner in Wort und Bild nehme ich daher mit großer Freude entgegen. 🙂
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Wie schön, Joachim! Solche Kindheitserinnerungen habe ich auch … meine Mutter schätzte es gar nicht, wenn ich mal wieder in Nachbars Hühnerstall gespielt hatte und reichlich Flöhe mit nach Hause brachte.
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Die Abstraktionen sind gelungen, besonders 2 und 3 bei den letzten drei.
Mir fällt zu hühnern immer der artikel von martin hubert im dlf ein: „das dume huhn.“
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Liebe Ule!
Faszinierend, was da so vielfältig zusammengekommen ist, Gratulation,
Liebe Grüße,
Jürgen
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Danke, lieber Jürgen. Ich spiele weiter …
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Dabei sind Hühner ausgesprochen pfiffige Tiere!
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Das unterstreicht ja Martin Hubert
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https://www.deutschlandfunk.de/menschlichere-nutztierhaltung-huhn-im-glueck-100.html
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O, vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel!
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