Mein erstes Chaosbuch ist fertig. Obwohl es bei der Herstellung der Vorgänger auch recht chaotisch zuging, das gehört wohl zu meinen unvermeidbaren Eigenschaften.
Dieses neue jedenfalls ist ein Ergebnis der viermonatigen Reise, die ich mit der Unterstützung durch Mel Rye, einer britischen Grafikkünstlerin, zurückgelegt habe. Das Ziel dieser Reise war weniger ein Buch herzustellen, sondern herauszufinden, wohin ich eigentlich will mit meinem Gewerkel. Das Buch ergab sich schließlich ganz logisch als Konsequenz. Und weitere werden folgen, ich stecke schon mitten in der Arbeit.
Das Buch Nurture enthält Erkundungen von Mal- und Zeichenmaterial, Werkzeugen, Spuren, die Suche nach einer Farbpalette, mit der ich arbeiten möchte, Kompositionsversuche und Gestaltungsproben. Ergänzt habe ich außerdem Collagen mit eigenen Farbpapieren, in denen ich mein sehr geschätztes Indigo vor allem mit Acrylfarben in vollen Zügen genossen habe.
Ich zeige euch ein paar Prozessbilder der Herstellung, und anschließend gibt es eine Galerie mit einer kleinen Auswahl von Einzelseiten. Viel Vergnügen!
Einige Schritte der Buchherstellung
Werkzeug liegt bereit, einschließlich der Lochschablone.Das dunkelkarminrote Bindegarn finde ich ideal zu Indigo.Die Löcher sind schon gesetzt, jetzt werden die Blätter vernäht.Die Buchhülle liegt lose um den Buchblock und ist aus dem Startposter geschnitten, das der Ideensuche zu dem Projekt diente.Der Buchrücken ist geleimt und muss nun in der Presse trocknen.Gar nicht so dünn, wenn man es von oben betrachtet.Es sieht nach nichts Besonderem aus, wenn es da so unschuldig liegt.
Ein paar Beispielseiten
Acryl über einer Seite der Fotonews, kombiniert mit einem Streifen vom eigenen Buntpapier.Eine Collage aus eigenen Buntpapieren und einem Fotoausschnitt eines Waldfotos von Rügen.Spuren auf der bemalten Fotonews.Spachtelspuren in Acryl.Ein Blatt aus verschiedenen Resten anderer Blätter..Sehr wässriges Acryl mit dem Spachtel gezogen.Richtungswechsel im Farbauftrag.Drei verschiedene Buntpapiere, oben auf Fotonews.Eine Aquarellübung, die ich anschließend mit einem Pigmentliner bearbeitet habe.Doppelseite mit Farbexperimenten, rechts unten eine Kreidespur, die anschließend mit Wasser auf Wanderschaft ging.Erst Aquarellspuren mit dem Pinsel, dann Kreidespuren, schließlich alte Druckversuche drübergeklebt.Kreidespuren – trocken und mit Wasser vermalt. Aquarellfarben, schließlich alte Stempelfetzen drübergeklebt.Das meiste sind Aquarellebenen (nass in nass) mit langen Trockenphasen dazwischen. In das nasse Indigo habe ich mehr Salz gestreut, als gut für den Blutdruck ist. Anschließend Kreidespuren und ein kleiner Stempelfetzen.